Kleine Chronik des TV 1861 Marktsteft e.V.
Unsere Vereinsgeschichte
Im Jahre 1861 fanden sich Männer zusammen und gründeten den Turnverein. Die Begeisterung war so groß, dass schon im Jahre 1862 die erste Fahne angeschafft wurde – und der Anfang war gemacht für eine Zeit voller Kameradschaft, Treue und Sport.
Durch den Krieg 1870/71 kam die Turnerei in diesem Zeitraum fast zum Erliegen. Der Verein bestand jedoch weiter und fand im Jahre 1896 eine starke Wiederbelebung. Das große Engagement des TVM wurde schließlich 1900 belohnt, als das vierte Gauturnfest des Turngaus Kitzingen in Marktsteft ausgerichtet wurde. Dabei gingen für den TVM 16 Turner an den Start.
Am zugehörigen Festzug nahmen damals 38 Vereine teil. In diesem Zeitraum wurden 53 aktive, zwölf passive und sieben Ehrenmitglieder im Turnverein geführt. Von 1905 bis 1914 erhielt der Turnverein mächtigen Aufschwung. Doch der Erste Weltkrieg ging auch an den Steftern nicht spurlos vorbei, und so kehrten viele Turner nicht mehr vom Feldzug zurück.
Nach 1918 wurde das Vereinsleben langsam wieder aufgebaut. Wieder kam Betrieb in die Alte Turnhalle. Bis zum Zweiten Weltkrieg konnte die Regie stattliche 18 Sportler vorweisen. Mit Begeisterung wurden nicht nur Turnfeste im Gau besucht, auch bezirks- und bayernweit war man unterwegs. Als Friedrich Ludwig Jahn am 14. Oktober 1928 seinen Ehrenplatz im Ruhmestempel der Walhalla in Regensburg erhielt, war auch der TV Marktsteft mit einer Abordnung anwesend.
Mitte der 1920er Jahre hielt das Handballspiel Einzug in den Verein. Nicht nur die Erfolge, sondern auch die Mitgliederzahlen mehrten sich – der TVM erlebte eine echte Blütezeit. Doch ein weiteres Mal beendeten weltpolitische Geschehnisse den Aufschwung des Vereins.
Der Zweite Weltkrieg brachte eine solche Menge an Personenverlusten mit sich, dass das Vereinsleben in den ersten Nachkriegsjahren fast vollständig erlahmte. Nur langsam konnte man wieder an alte Zeiten anknüpfen. Ein Glanzpunkt nach dem Neuanfang war das 100-jährige Vereinsjubiläum, an dem über 500 Sportler teilnahmen.
Mit Beginn des zweiten TVM-Jahrhunderts deutete sich die Dominanz des Handballs im Verein an. Überall liefen die Ballsportarten den Turnern den Rang ab. Das blieb auch beim TVM nicht ohne Folgen. Mit den Titeln und Meisterschaften, die Marktstefts Handballer ab den 1960er Jahren einheimsten, wurden sie zum Aushängeschild des Vereins – und sind es bis heute.
Obwohl die Tischtennis-Abteilung in ihren ersten Jahren beachtliche Erfolge errang, blieb sie zumindest quantitativ weit hinter den Zahlen der Handballer zurück. Doch auch andere Sportarten fanden Einzug in den Verein: Wandern, Tennis, Gymnastik und Leichtathletik – der Turnverein wurde immer vielseitiger.
In dieser Beziehung hat sich der Verein in den letzten Jahren zwar etwas zurückentwickelt. So wurde schon seit geraumer Zeit kein kleiner, gelber Filzball mehr in Marktsteft gesehen, es sei denn zum Torhütertraining beim Handball. Doch die Mitgliederzahlen stiegen nach dem Zweiten Weltkrieg stetig an. Heute zählt der Verein rund 650 Mitglieder und ist damit einer der größten im Landkreis.
Die mit Abstand stärkste Abteilung stellen die Handballer. Die Turner folgen mit zwei Mädchengruppen sowie den Bambinis, Piccolinis und dem Mutter-Kind-Angebot auf dem Fuße. Auch an der Gymnastikfront ist der TVM aktiv: In zwei Damen-, einer Herren- und einer Seniorengruppe treiben zahlreiche Mitglieder regelmäßig Sport. Das tun nach wie vor auch die Tischtennisspieler.
Die Volleyballabteilung nutzt in den Sommermonaten die neu errichtete Beachanlage und freut sich über steigende Teilnehmerzahlen. Neu ist außerdem das Angebot, einmal in der Woche die Rückenschule zu besuchen. Der TV Marktsteft ist also – trotz der Dominanz der Handballer – ein Verein, der für jedes Mitglied, in jedem Alter und bei jedem Fitnessstand etwas zu bieten hat.
